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St. Simon und Judas Thaddäus Elsdorf Oberembt

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letzte Änderung: 14.04.2009 15:34:32.

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Unsere Kirche in Oberembt

St. Simon und Judas Thaddäus

aus einem Beitrag von Britta Ortmans aus den Jahre 1993

Im westlichen Teil von Oberembt bestand ein großer Fronhof, der zum Besitz des Kölner Benediktinerklosters St. Pantaleon gehörte. Er war der Haupthof zahlreicher zugehöriger Lehens- und Benefizialgüter.

Pfarrkirche Oberembt mit Kieselpflasterweg 
Foto Gregor Neveling 2007
Pfarrkirche Oberembt mit Kieselpflasterweg

Dicht bei dem Hof lag eine Kapelle in Abhängigkeit von der älteren Pfarrei Niederembt.

Landesherren waren die Herzöge von Jülich. Erst 1582 erlangte die Kapelle die Erhebung zur eigenständigen Pfarrkirche.
Die Pfarrkirche ist höhergelegen und wird von einem mauerumgrenzten Friedhof umgeben. Entlang des Weges aus Kieselptlastern (unter Denkmalschutz) stehen verwitterte Grabkreuze aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Der heute gleichmäßig wirkende Kirchengrundriß ist das Ergebnis einer reichen Baugeschichte und vielfacher Änderungen und Ergänzungen. Nur aus dieser Entwicklung ist der nahezu quadratische Grundriß zu erklären. Zunächst bestand eine etwa 5 m breite Saalkirche im Bereich des heutigen Mittelschiffes, etwa aus dem 10. Jahrhundert.

Zu Beginn des 12. Jahrhunderts entstand an gleicher Stelle eine zweischiffige Kirche von 5,5 m Breite und 15 m Länge, deren Westabschluß über die Lage des spätgotischen Turms hinausführte. Das nördliche Seitenschiff war etwa 2,5 m breit.

Im 13. Jahrhundert wurde das Nordschiff auf 3,5 m erweitert und eine halbrunde vortretende Ostapsis (Altarnische) angefügt. Gleichzeitig wurde ein besonderer Hauptchor angebaut. Die Pfeiler des vorhandenen runden Triumpfbogens stammen aus dieser Zeit, sind somit das älteste Bauelement in der heutigen Kirche. Die Decke des Mittelschiffes war ehemals flach. Der Rest eines Kreisfensters im nördlichen Zwickel des Triumphbogens, dem ein weiteres im südlichen Zwickel entsprochen haben dürfte, weist darauf hin.

Der Hauptchor anfangs seitlich freistehend wurde 1450 erweitert. In der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts Ausbau des nördlichen Nebenchores in Tuff aus zwei Jochen, erkennbar am durchgehenden Rippengewölbe, trotz späterer Abtrennung als Sakristei.

1490 entstand der stattliche Westturm, vermutlich eingebaut in den Westteil des alten Mittelschiffes. Das jetzt nur im Innern sichtbare einstige Südportal des Turmes trägt auf dem Zwischensturz des Spitzbogens in gotischen Minuskeln die Inschrift:

Jesus, Maria et Judas MCCCCXC = 1490.
Um 1524 wurde das Langhaus ausgebaut, mit breiterem Nordschiff aus drei gewölbten Jochen und zwei höheren Scheidbögen. Die Mittelstütze der beiden Scheidbögen ist als Rundpfeiler ausgebildet. Zugleich wurde das Mittelschiff in zwei Jochen gewölbt. Auf dem Sandsteinsturz des Nordportales steht die gotische Minuskelinschrift:
Anno d (omi) ni MCCCCCXXiiii = 1524.

1847 baute man ein entsprechendes Südschiff an, dem östlich als Gegenstück zum Nordchor eine Gerkammer angeschlossen wurde.

Die spätgotische dreischiffige Hallenkirche ist 20,35 m lang und 16.70 m breit. Im Äußeren herrscht als Baumaterial der Feldbrandstein vor, dazu Rotsandsteingliederungen nur am Nordschiff von Tuftbändern durchzogen. Außen ist der dreistöckige Turm durch spitzbogige Maßwerkblenden gegliedert. Die Klangarkaden liegen in der Spitze der oberen Maßwerkblenden. Über dem nordöstlichen Fuß des oktogonalen Spitzhelms sitzt eine kleine Glockenhaube. Ihre frei sichtbare Bronzeglocke 66 cm Durchmesser, 150 kg, Ton C, mit der gotischen Minuskelinschrift der Pfarrpatrone Simon und Juda, wurde 1504 von Gregor von Trier für Oberembt gegossen.

Den hohen Satteldächern von Mittelschiff und etwas niedrigerem Chor laufen je vier querliegende Dächer entgegen, das östliche jeweils mit Giebel, die übrigen abgewalmt. Die Längsseiten der Nebenschiffe haben zwischen Strebepfeilern, welche das innere Gewölbe halten, breite dreibahnige Spitzbogenfenster mit spätgotischem Fischblasenmaßwerk.

Die Chorschlußfenster zeigen einfaches zweiteiliges Maßwerk mit Dreipässen im Scheitel. 1856 lieferte Vincenz Statz in Köln Entwürfe für die Fensterverglasung. 1954 Instandsetzung des Inneren nach dem Krieg mit neuer Fensterverglasung.

Die Fenster auf der Nordseite stellen Maria Magdalena, betont durch das Attribut der Salbenbüchse (im Haus Simons fallt sie Christus zu Füßen, die sie mit ihren Tränen wäscht, salbt und mit ihren Haaren trocknet; Maria Magdalena geht am Ostermorgen zum Grab, um Jesu Leichnam zu salben) sowie Elisabeth von Thüringen mit dem Attribut eines mit Rosen gefüllten Korbes (Elisabeth ist bekannt durch ihre Nächstenliebe und Wohltätigkeit im Schenken. Als ihr Mann Ludwig ihr, aufgehetzt von seiner Umgebung, wegen der angeblichen Verschwendung Elisabeths, entgegentritt, verwandelt sich ein mit Brot gefüllter Korb in einen Korb voll mit Rosen) dar.

Die Fenster auf der Südseite stellen den Erzengel Michael im Kampf mit den Drachen (im Kampf mit Luzifer, der gottgleich werden möchte und von Michael gestürzt wird) dar sowie Sebastian von Pfeilen durchbohrt (Sebastian ist ritterlicher Anführer der Leibwache Kaiser Diokletians. Er steht den christlichen Glaubensgenossen in den Gefängnissen Roms bei und versucht die Römer zu bekehren. Sebastian wird angeklagt, an einen Baum gebunden und von pfeilen durchbohrt.Er überlebt dies, obwohl für tot geglaubt, gesundet und stellt sich Kaiser Diokletian erneut gegenüber, diesmal wird er zu Tode geschlagen. Sebastian ist Schutzpatron der Schützen) dar.

Im Innern sind Kreuzrippengewölbe auf Konsolen (vorspringende, als Träger verwendete Steine) eingehängt, nur im Chorgeviert findet sich ein Sterngewölbe mit gekehlten Rippen, an den Kapitellen (oberer Säulenabschluß) der vier Eckdienste sind vier fratzenhafte Köpfe dargestellt. Diese Fratzen symbolisieren den Teufel, als tragender Stein in der Kirche Gottes. Reste von Rankenmalerei aus der Erbauungszeit um 1524 wurden 1954 auf den Gewölbezwickeln der beiden spätgotischen Schiffe aufgedeckt und restauriert, die übrige Ausmalung wurde danach schematisch angepaßt.

In der Nordwand des Chores ist ein 86 x 58 cm großer Sakramentsschrank aus dem 15. Jhd. eingelassen worden. Daß der Hauptchor anfangs seitlich freistand, ist heute daran zu sehen, daß an den seitlichen Gewölben des Chores Spitzbogenfenster zu erkennen sind.

Im nordwestlichen Bereich des Chores befindet sich eine kleine Nische, die wohl ehemals als Opfertisch diente.

Im südöstlichen Bereich des hinteren Chorgewölbes konnte ein barocker Kopf eines Apostels freigelegt, abgenommen und gesichert werden. Er hängt heute in einem Stahlrahmen am ehemaligen Turmsüdportal.

Der Hochaltar, ein neugotisches Steinretabel, stammt aus dem Jahr 1850. Typisches Stilmoment der Gotik sind die fialenbekrönten Streben. Der Hochaltar ist als fünfteiliger Staffelaltar aufgebaut. Von links nach rechts sind zu Seiten des Tabernakels in vier schmalen Nischen der hl. Petrus mit Schlüssel und Buch (in den Darstellungen des Jüngsten Gerichts ist es Petrus, der die Paradiespforte aufschließt), der hl. Simon Zelotes mit einer Säge dargestellt, der W. Judas Thaddäus mit einer Keule und der hl. Paulus mit Schwert (Paulus wird mit einem Schwert geköpft) abgebildet.

Oben im mittleren Baldachin ist eine steinerne Standfigur der Muttergottes mit Zepter (Königinnensymbol) und Kind mit Weltkugel zwischen einem Paar sitzender Engel dargestellt. Der Hochaltar ist ein Abbild vom Holzaufbau des 1666 erwähnten Hochaltars, es ist möglich, daß der damalige Hochaltar und der heutige Antoniusaltar identsich sind.

Der Antoniusaltar beinhaltet als Altarbild die IX. Kreuzwegstation. Im mittleren Baldachin dieses Altares ist der hl. Antonius mit einem Schwein als Attribut dargestellt. Antonius lebte im 3. Jhd. n.Chr. als Einsiedler in Ägypten. Er gründete ein Kloster (Abtstab als Attribut) und unterstützte die Armen, indem sein Orden Schweine züchtete, welche die Straßen nach Hausrat hin reinigten und den Armen zur Speise wurden.

Der Beichtstuhl im Südschiff stammt aus der 1. Hälfte des 19. Jhd..
Die Kanzel befindet sich am südlichen Chorbogenpfeiler. Ihr Material ist Holz, sie stammt aus dem Jahr 1738.

Ein fünfseitiger Korb mit Muschelnischen, in denen die vier Evangelisten dargestellt sind, zwischen schneckenförmigen Wandpfeilern, so kann die Kanzel beschrieben werden.

Der sechsseitige Schalldeckel ist mit einem schneckenförmigen Baldachin bekrönt, von der Unterseite ist der hl. Geist in Gestalt einer Taube dargestellt. Dies symbolisiert das Pfingstereignis, wo der Geist Gottes in Form von Feuerzungen auf die Jünger Jesu niederkam, und sie zur Nachfolge Jesu in Form der Missionspredigt befähigte, dies soll hierbei auf den Priester übertragen werden. Unter dem Baldachin ist am Chorpfeiler ein Kruzifix in gerahmtem Feld dargestellt. Die Treppe zur Kanzel ist neugotisch und stammt aus dem 3. Viertel des 19. Jhd..

Die Evangelisten können mit Ausnahme des Evangelisten Johannes, der mit den Attributen des Kelches und der Schlange dargestellt ist (Johannes wird gezwungen aus einem Kelch mit Gift zu trinken, an dem 2 Verbrecher vor ihm vor seinen Augen gestorben sind. Johannes schlägt das Kreuz über dem Kelch, so daß das Gift als Schlange entweicht, er trinkt ohne Todesfolge), nicht klar zugeordnet werden, da die Evangelistensymbole (sitzende Gestalt am Pult, aufgeschlagenes Buch, Blätter, Schreibwerkzeuge) ihnen allen zugeordnet werden könnten.

Die speziellen Symbole der einzelnen Evangelisten, sind für Matthäus ein Engel oder Mensch, da er darauf hinweist, wie Christus durch die Geburt ein Mensch wurde und vom Engel verkündet wurde; typisch für Markus ist das Symbol des Löwen. Markus beginnt sein Evangelium mit einem Wort des Propheten Jesaja, wo es heißt, eine Stimme ruft in der Wüste:

Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!

Mit dem Begriff der Wüste wurde das Symbol des Löwen verbunden.
Das Symbol des Lukas ist der Stier. Lukas beschreibt ausführlich die Kindheit Jesu sowie die Geburt und das Wirken Johannes des Täufers. Zacharias, der Vater Johannes des Täufers, brachte dem Herrn ein Rauchopfer (hier Verbindung zum Stier als Opfertier), als ihm ein Engel erschien und die Geburt seines Sohnes verkündete. Das Lukas-Evangelium erhält wegen seiner detailierten Darstellung der Kindheit Jesu zu Weihnachten einen besonderen Stellenwert. Bei Lukas wird auch der Opfertod Christi sehr deutlich hervorgehoben.
Für Johannes ist das Attribut des Adlers kennzeichnend. Der Adler unterstreicht den Himmelsflug seiner Gedanken.


"Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott", (Joh. 1,1).      

In der nordwestlichen Ecke des Südschiffes ist der hl. Judas Thaddäus als 87 cm große Figur aus Eichenholz dargestellt, diese stammt aus der 1. Hälfte des 18. Jhd.
Ebenfalls dort befindet sich ein Opferstock (Holz mit Eisenbändern beschlagen) aus dem 16. Jhd.

Am ehemaligen Südportal des Turmes befinden sich tiefe Wetzrillen im Sandsteingewände. Dies hat möglicherweise einen magischen Ursprung, im Mittelalter wurden Zaubertränke im Glauben an eine Gesundung hergestellt, darin sollte auch auf jeden Fall etwas "göttliches" enthalten sein, in dem Glauben versuchte man etwas Kirchenstaub vom Portal abzukratzen.

Es wird angenommen, daß man, wenn man die Kirche im vorigen Jahrhundert, von der Südseite betreten wollte, man ein paar Stufen hinaufsteigen mußte, da die Türangeln unverhältnismäßig weit oben angebracht sind. Im vorigen Jahrhundert wurden bei Gewitter oder heftigen Stürmen immer die Kirchenglocken geläutet. Da man zu dieser Zeit festgestellt haben wollte, daß der Turm bei solcher Witterung stets wackelte, entschloß sich der damalige Kirchenvorstand den Turm in einer solchen Situation einmal zu beobachten, indem sie ihre Hände an die Turmmauern anlehnten.

Unter dem Turmgewölbe befindet sich die erste Kreuzwegstatioon. Die Kreuzwegstationen sind mit Öl auf Leinwand gemalt, sie sind 78 x 56 cm groß und stammen aus dem 3. Viertel des 19. Jhd..
Unter dem Turmgewölbe befanden sich früher Seile, um von dort direkt die Kirchturmglocken zu läuten.

Als Triumphbogen bezeichnet man den Bogen, der den Chor vom Langhaus trennt. Am Südpfeiler des Triumphbogens befindet sich eine Gipsfigur des hl. Josef aus der 2. Hälfte des 18. Jhd., das Alter ist am Ornats schmuck des Gewandes ausmachbar. Als Attribut ist Josef eine Lilie beigegeben, sie soll die Unversehrtheit, die männliche Keuschheit symbolisieren.


Am nördlichen Triumphbogenpfeiler befindet sich eine Holzfigur Mariens. Sie ist 145 cm hoch und wurde 1794 von Bildhauer Johann Begin hergestellt. Maria ist dargestellt als von der Sonne bekleidete Frau, mit dem Mond unter ihren Füßen und einem Kranz von 12 Sternen auf ihrem Haupt. (Apok. 12,1 ff.).
Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, du triffst sie an der Ferse und sie trifft dich am Kopf. Die Frau wird nur unter Schmerzen gebären (Gen., 3, 15-16). Maria gebar den Menschenerlöser und schenkte der Welt das Leben.
Eine solche Darstellung bezeichnet man als Mondsichel- oder apokalyptische Madonna.


Ebenfalls hier befindet sich eine Herz-Jesu Gipsfigur, die Herz-Jesu Darstellung geht zurück auf die Hl. Gertrud von Helfta.


Der Triumphbogenpfeiler zeigt auf der nördlichen Seite hinter der Kante eine Durchbrechung zur besseren Sicht auf den Altarraum. Es wird angenommen, daß ein bestimmter Platz im Nordschiff ehemals einer sehr vornehmen Person gehört habe, welche so Einblick auf den Altar erhielt. Auf der östlichen Seite des Westturmes ist ein Pestkreuz angebracht, so bezeichnet, da die Anne Jesu einen kleineren Winkel als sonst üblich beschreiben. Ein Pestkreuz war dazu da, den Kranken im Vertrauen auf Gott, die Angst vor dem Tod zu nehmen. Dies ist hier dadurch betont, daß aus dem Kreuz Blätter wachsen, ein Symbol für das Leben.

Am südöstlichen Tunnpfeiler befindet sich eine Gedenkplatte des Vikars Heinrich Fuchsius. Das Material ist Blaustein. Die Gedenkplatte ist 56 x 48 cm groß, oben ist ein Kelch (Symbol des Priesters) zwischen einer Sanduhr (Lebenszeit) und
einem Totenkopf abgebildet. Darunter steht in Kapitalen die Inschrift:

Anno 1718, Die 22. Octobris obiit 
Admodum Reverendus Dominus
Henricus Fuchsius
Altarista S. Crucis in Oberembt
Presbyterii 42
Aetatis suae 66 Annis

Übersetzt:

Am 22. Oktober des Jahres 1718 starb der zu verehrende Herr Heinrich Fuchsius, Altarprieser vom hl. Kreuz in Oberembt, nach 42 Priesterjahren in einem Lebenslater von 66 Jahren.
Im Fußboden davor befand sich bis 1968 die abgelaufene Grabplatte aus Blaustein mit Kelch.
Es wird vermutet, daß Heinrich Fuchsius als "Altarpriester vom hl. Kreuz" allein zuständig war für den Kreuzaltar .
Der Kreuzaltar, der sogenannte Freitagsaltar, befindet ich im nördlichen Seitenchor. Es ist ein Holzaufbau mit Wandpfeilern und zwei Säulenpaaren. Den Kopf des Altarbildes schmückt ein Doppelwappen, wohli vorgesehen als Ehewappen der Stifter.
Das Altarbild wurde ersetzt durch eine Kalvarienbergdarstellung als XII. Kreuzwegstation in der Größe 118 x 68 cm. Auffallend bei der Darstellung sind die Totengebeine und der Totenkopf unterhalb des Kreuzes. Es soll symbolisiert werden, daß durch Adam alle gestorben, durch Christi Blut, das auf die Gebeine tropft, aber alle erlöst werden.
Unmittelbar neben dem Kreuzaltar befindet sich das Taufbecken, welches aus der 2. Hälfte des 17. Jhd. stammt. Es ist ein muschelartiges, rundes Becken aus grauem Marmor auf schlankem Schaft. Das Taufbecken hat einen Durchmesser von 55 cm und ist 108 cm hoch. Auf dem geschweiftem Messingdeckel befindet sich ein Kreuz.

Der Beichtstuhl nordwestlich vom Kreuzaltar ist neugotisch und stammt aus der 2. Hälfte des 19. Jhd., er wurde zu einem Kastenbeichtstuhl umfunktioniert.

Es gibt zwei Variationen bei den Kirchenbänken. Die jeweils 18 Bänke in den Seitenschiffen haben eine Höhe von 98 cm und stammen aus dem Jahr 1788. Sie zeigen steile geschweifte Wangen mit eingetieften Felderrahmen auf. Die 10 Bänke im Mittelschiff stammen aus dem 19 Jhd.. An den geschweiften Wangen ist flaches Schnitzwerk mit Vasenmotiven zu erkennen.

Ein Weihwasserbecken ist in dem nordöstlichen Tunnpfeiler auf einem vorspringenden, tragenden Stein eingehöhlt worden. Dies muß wohl schon um
1490 geschehen sein.

Im Nordschiff gegenüber dem Haupteingang befindet sich eine Christophorusfigur aus Eichenholz, welche farbig gefaßt ist, 2,70 m groß ist und aus dem 15. Jd. stammt. Christophorus trägt auf der Schulter das Christuskind und stützt sich mit der Linken auf einen derben Stab, die Rechte in die Hüfte gestemmt. Als Vorbild diente die Christophorusfigur im Kölner Dom, um 1470 von Meister Tilmann geschaffen.
Die Christophorusfigur hing früher auf der Seite des Hauptportales mit Blick zur Tür, da Christophorus der Schutzheilige des Weges ist. Nach der Restauration erhielt er jedoch seine heutige Position, da er seinen Blick zum Altar und nicht aus der Kirche heraus richten sollte.

Grundriß der Kirche St. Simon und Judas Thaddäus in Oberembt 1:100


letzte Änderung: 14.04.2009 15:34:32.